BR Rundfunk 18.08.2011/La Vita
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Der Isar entstiegen Sagenhafte Nixen
Vor über 100 Jahren sind sie der Isar entstiegen - und zeigten dabei für viele Zeitgenossen zu viel nackte Haut. Der erste Damen-Schwimmverein Münchens sorgte sofort für einen kleinen Skandal. Doch sie wurden bekannt und erfolgreich - auch wenn sie bis heute als die Damen mit der Nasenklammer belächelt werden: die Isarnixen.
Stand: 15.08.2011

Wenn sie auftauchen, dann aber bitte synchron! Und auch sonst ist der Gleichklang ein wichtiges Attribut, wenn es um die Isarnixen geht.
Streng gekämmte Frisuren oder die Haare versteckt unter gut sitzenden Badehauben, starkes wasserfestes Make-up und ein dauerhaftes Lächeln im Gesicht, mit dem ihre Wasserübungen gleich nochmal so leicht aussieht. In den 50er-Jahren waren sie fast so berühmt wie Esther Williams in Hollywood, die talentierten Synchronschwimmerinnen der bayerischen Landeshauptstadt. Doch trotz ihrer Filmkarriere und ihrer sportlichen Erfolge - auch auf internationalen Wettbewerben - wurden sie in der deutschen Öffentlichkeit nie so recht ernst genommen.
Antrainierte Leichtigkeit
Doch warum ist das so? Barbara Liegl, eine Isarnixe der neuen Generation und seit 20 Jahren Trainerin des Nixen-Nachwuchses, hat eine Erklärung für diese Einschätzung. "Die Krux an unseren Sport ist, dass wir darauf hinarbeiten, es so aussehen zu lassen, dass es völlig leicht aussieht - als wenn das nichts wäre. Und wenn uns das wirklich gelingt, und die Zuschauer uns das glauben, ist das natürlich auf der anderen Seite das Problem. Dann denken die: Es ist ja ganz leicht. Die stehen ja einfach nur so drin, die machen ja gar nix", sagt sie. Doch wie hart das Training wirklich ist, das sieht man erst, wenn man mal hinter die Kulissen blickt, also auch mit unter Wasser taucht.
Trockenübungen und Krafttraining
Für diese Leichtigkeit braucht es nämlich große Beweglichkeit. Und Kraft. Und den nötigen Ausdruck. Um das zu erreichen, müssen nicht nur ungezählte Bahnen geschwommen werden: Es gehören auch jede Menge "Trockenübungen" dazu. Und spätestens hier sieht man, wie sportlich die jungen Damen sind. Kein Wunder, bei soviel Training: Sechsmal pro Woche trainiert Barbara Liegl die Mädchen. Manche, wie Franziska und Marlene, treffen sich sogar noch öfter. Die beiden sind die große Hoffnung der Nixen für Olympia 2016.
Der Isar entstiegen: sagenhafte Nixen...die Isarnixen
Doch es hat sich gelohnt: Die Nixen glänzen mit internationalen Erfolgen. Doch nur im Ausland sind Synchronschwimmerinnen berühmt. "In Spanien, in Ungarn, in England sind die Mädchen Stars - die kennt da jeder! Wenn du da hinkommst, da hängen dann schon Trauben von Autogrammjägern. Und bei uns sagt man: ‚Die mit den Nasenzwicker!'", so die Trainerin. Gegen dieses festgesessene Image arbeiten die Nixen ebenfalls hart - und lassen sich viel bei öffentlichen Veranstaltungen sehen. Und irgendwann werden es auch die Deutschen begreifen, wie gut ihre Synchronschwimmerinnen von der Isar sind ..




